Können Tierhaare die Waschmaschine verstopfen?

Die kurze Antwort: Ja, sie können – aber es kommt darauf an, wie viel Haar regelmäßig in die Maschine kommt und wie gut man die Maschine pflegt. Wer gelegentlich ein leicht behaartes T-Shirt wäscht, muss sich keine Sorgen machen. Wer täglich die Kleidung eines ganzen Haushalts mit einem stark haarenden Hund wäscht, sollte ein paar Dinge wissen.

Was in der Maschine mit Tierhaaren passiert

Wenn behaarte Kleidung in die Trommel kommt, lösen sich beim Waschen viele Haare vom Stoff. Sie schwimmen frei im Wasser, zirkulieren mit der Drehbewegung und landen – im besten Fall – im Flusensieb. Das ist genau dafür gedacht.

Das Problem: Das Flusensieb bei Waschmaschinen ist anders konstruiert als das eines Trockners. Es sitzt meist in einer kleinen Klappe vorne unten an der Maschine und filtert gröbere Partikel aus dem Ablaufwasser. Kleinere, kurze Haare schaffen es dort aber oft nicht zuverlässig hin – sie können sich in der Pumpe, in den Ablaufschläuchen oder in der Trommelabdichtung ansammeln.

Wo Tierhaare konkret Probleme verursachen können

Die Pumpe ist die empfindlichste Stelle. Wenn sich über lange Zeit Haare in der Pumpe ansammeln, kann das die Pumpwirkung beeinträchtigen – im schlimmsten Fall blockiert sie komplett und das Wasser läuft nicht mehr ab. Das kündigt sich oft durch ein ungewöhnliches Geräusch beim Pumpen oder durch längere Schleuderzyklen an.

Die Türgummidichtung – der weiche Gummiring um die Trommelöffnung – ist eine weitere Stelle, an der Haare sich sammeln. Dort bleiben sie oft nach dem Waschen hängen, werden feucht und können im Laufe der Zeit schimmeln oder die Dichtung beschädigen. Ein kurzes Abwischen der Gummidichtung nach dem Waschen ist eine einfache Gewohnheit, die langfristig hilft.

Die Abflussschläuche können sich ebenfalls zusetzen, wenn über lange Zeit viele Haare mit dem Ablaufwasser mitgespült werden. Das ist seltener, aber bei sehr starkem Haareintrag über Monate hinweg möglich.

Das Flusensieb – und warum es öfter gewartet werden sollte

Bei Haushalten ohne Haustiere genügt es, das Flusensieb der Waschmaschine alle paar Monate zu reinigen. Wer regelmäßig stark behaarte Wäsche wäscht, sollte das häufiger tun – etwa einmal im Monat oder alle zwei bis drei Wochen.

Das Sieb zu öffnen ist unkompliziert: Klappe vorne unten an der Maschine aufmachen, ein Tuch unterlegen (es kommt etwas Restwasser heraus), das Sieb herausdrehen und unter fließendem Wasser reinigen. Fünf Minuten, kaum Aufwand.

Ein verstopftes Sieb führt nicht sofort zu einem Ausfall, aber es verschlechtert die Pumpleistung, verlängert Schleuderzyklen und kann auf Dauer die Pumpe belasten.

Was man tun kann, um die Maschine zu schützen

Der wirksamste Schutz beginnt vor dem Waschen: stark behaarte Kleidung vorher abschütteln oder kurz in den Trockner geben, um einen Teil der Haare zu entfernen, bevor sie in die Waschtrommel kommen. Was nicht in die Maschine gelangt, kann dort auch keinen Schaden anrichten.

Wäschenetze für besonders behaarte Teile können ebenfalls helfen – sie halten einen Teil der gelösten Haare zurück und verhindern, dass sie frei in der Trommel zirkulieren.

Und nach dem Waschen: Trommel und Türgummidichtung kurz trockenwischen, Siebreinigung nicht vergessen.

Das Thema Tierhaare und Wäsche hat natürlich noch eine zweite Seite – nämlich wie man dafür sorgt, dass die Haare nach dem Waschen auch wirklich von der Kleidung verschwinden. Wer das vertiefen möchte, findet im Artikel Was hilft wirklich gegen Tierhaare in der Wäsche? praktische Hinweise dazu.