Es gibt zwei Arten von Hundehaltern: die, die den Fellwechsel kommen sehen, und die, die eines Morgens aufwachen und denken, ihr Hund löst sich auf. Plötzlich ist überall Fell. Auf dem Sofa, auf dem Boden, in der Luft – und natürlich auf der Kleidung. Innerhalb weniger Tage verschärft sich das Problem, das man sonst ganz gut im Griff hat, auf ein ganz anderes Niveau.
Zweimal im Jahr ist das bei den meisten Hunden mit Unterwolle so. Frühjahr und Herbst. Und wer noch kein System dafür hat, merkt es spätestens dann.
Was beim Fellwechsel anders ist
Das Grundproblem ist dasselbe wie immer – Haare auf der Kleidung – aber die Menge ist eine andere. Ein Hund, der sonst moderat haart, verliert beim Fellwechsel sein gesamtes Unterfell. Das passiert nicht über Nächte, sondern über Wochen. Aber die tägliche Haarmenge, die in der Wohnung landet und damit auch auf der Kleidung, ist deutlich höher als im Rest des Jahres.
Dazu kommt: Das Unterfell ist oft feiner und leichter als das Deckhaar. Diese feinen, kurzen Haare schweben länger in der Luft, bevor sie sich setzen – und setzen sich dann gleichmäßig auf allem, was in der Nähe ist. Auch auf Kleidung, die man gar nicht angefasst hat.
Was in dieser Zeit wirklich hilft
Häufiger bürsten
Das klingt nach einem Ratschlag für den Hund, nicht für die Kleidung – aber es hängt direkt zusammen. Wer den Hund in der Fellwechselphase täglich bürsten lässt, reduziert die Menge des losen Fells in der Wohnung erheblich. Was in der Bürste landet, landet nicht auf dem Sofa und nicht auf der Jacke.
Das ist die einzige wirklich präventive Maßnahme während des Fellwechsels, die an der Ursache ansetzt.
Kleidung konsequenter aufbewahren
Was in normalen Zeiten manchmal schlampig gehandhabt wird – Jacke über den Stuhl, Hemd auf dem Bett – sollte in der Fellwechselphase konsequenter sein. Geschlossene Schranktüren, kein offenes Ablegen von Kleidung in Bereichen, in denen der Hund sich aufhält. Das klingt aufwändig, ist es aber nicht – es ist nur eine Gewohnheit, die man für ein paar Wochen strikter hält.
Fusselroller öfter einsetzen
Wer sonst einmal täglich rollt, rollt jetzt zweimal. Wer gelegentlich rollt, fängt an, es täglich zu tun. Der Roller ist in der Fellwechselphase das wichtigste Werkzeug – nicht wegen seiner Überlegenheit als Methode, sondern weil er schnell einsatzbereit ist und das Häufigkeitserhöhen ohne Mehraufwand möglich macht.
Einen kleinen Roller in der Jackentasche zu haben ist in dieser Zeit besonders sinnvoll.
Wäsche häufiger waschen – und richtig
Kleidungsstücke, die in der Fellwechselphase getragen werden, sollte man häufiger waschen als sonst. Mit weißem Essig als Weichspülerzusatz, gefolgt von einem Trocknergang – das ist die effektivste Kombination, um Haare nach dem Waschen wirklich loszuwerden.
Der Vortrockner-Trick – stark behaarte Stücke vor dem Waschen kurz in den Trockner geben – lohnt sich besonders jetzt, weil die Haarmenge in der Trommel sonst sehr hoch ist.
Ein ehrlicher Hinweis
Es gibt keine Methode, den Fellwechsel für die Kleidung unsichtbar zu machen. Man kann ihn managen, aber nicht eliminieren. Wer in dieser Phase einen wichtigen Termin hat, sollte am Tag davor alles frisch waschen, die Kleidung separat und geschlossen aufbewahren, und sich kurz vor dem Verlassen des Hauses nochmals mit dem Roller behandeln.
Das ist kein Versagen des Systems. Das ist der Fellwechsel. Er dauert ein paar Wochen, und dann normalisiert sich alles wieder.
Wer wissen möchte, welche Hunderassen besonders stark haaren – und was das für das ganze Jahr bedeutet, nicht nur den Fellwechsel – findet im Artikel über stark haarende Hunderassen eine nützliche Übersicht.
